Einsatz für den Naturschutz in der Sandgrube bei Warnstedt

Pressemitteilung
Halberstadt, 03.02.2018 – Der Landesarbeitskreis Feldherpetologie Sachsen-Anhalt und das Technische Hilfswerk schaffen gemeinsam Lebensräume für geschützte Arten im Landkreis Harz.

In einer groß angelegten Pflegeaktion trafen sich am Samstag (03.02.2018) der Landesarbeitskreis (LAK) Feldherpetologie Sachsen-Anhalt (eine landesweit tätige Fachgruppe innerhalb des BUND zum Schutz von Amphibien und Reptilien) und die Ortsverbände des Technischen Hilfswerks (THW) Halberstadt und Quedlinburg sowie zahlreiche ehrenamtliche Naturschützerinnen und Naturschützer in der Sandgrube bei Warnstedt.

Ziel des Kooperationsprojektes mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Harz war die Wiederherstellung und Schaffung von Lebensräumen für Frösche, Kröten, Eidechsen & Co.Im  Vordergrund standen dabei das Schaffen von großflächigen Rohböden, das Entbuschen und Entkrauten von Böschungen sowie das Leerpumpen eines wichtigen Laichgewässers und Abfischen von nicht heimischen Goldfischen.

„Durch die Maßnahmenkomplexe wurde der Zustand des wertvollen Biotops für viele Arten deutlich verbessert“, sagte Marcel Seyring, Sprecher des Landesarbeitskreises. Das THW unterstützte die Naturschützer dabei tatkräftig. „Ohne den Einsatz der blauen Engel sowie die zahlreichen Ehrenamtlichen wäre eine so umfangreiche Aktion zum Schutz und Erhalt solch wichtiger Lebensräume im Nordharz kaum möglich gewesen“, so Seyring weiter.

„Der Naturschutz und somit auch der Erhalt der heimischen Artenvielfalt gehört zu den gesamtgesellschaftlichen Aufgaben. Um den Lebensraum der gefährdeten Arten entsprechendaufzu werten, unterstützen wir sehr gern diese Aktion mit unserem Knowhow und der uns zur Verfügung stehenden Spezialtechnik.“, so Sandra Pampus, Sprecherin des THW-Ortsverbandes Halberstadt. Die Halberstädter Fachgruppe „Räumen“ schob mittels Bergeräumgerät (Radlader) die ebenen Flächen ab und legte aus dem Material besonnte Hügel und Böschungen an, in denen sich die Tiere künftig verstecken können. Schwerpunkt für den Ortsverband Quedlinburg war das bereits
am Freitagabend begonnene Leerpumpen des Gewässers mittels 4 Hochleistungspumpen und 800 m langen Schläuchen.

Insgesamt waren über 20 Helfer der THW-Ortsverbände Halberstadt und Quedlinburg sowie
25    Naturschützerinnen und Naturschützer mit Motorsägen, Astschneidern, Hacken, Elektrobefischungsgerät und Keschern im Einsatz für den Naturschutz.

Hintergrund:
Amphibien und Reptilien zählen nicht nur weltweit, sondern auch bundesweit und in Sachsen-Anhalt zu den gefährdetsten Tiergruppen, da ihre Lebensräume und Populationen zunehmend verschwinden. Zahlreiche dieser geschützten Arten, wie z.B. die Wechselkröte besiedeln unter anderem auch aktive Abbaustätten wie Kies-, Sand- oder Tongruben. Diese verlieren nach Beendigung der Abbauphase in Folge eines raschen Zuwachsens und einer Verbuschung aber meist sehr schnell die Eignung als Lebensraum für seltene Arten. Zudem verlieren Gewässer oft
durch Aussetzen von Fischen ihre Eignung als Kinderstube für Kaulquappen. Mit dem Verschwinden von offenen, gut grabbaren und besonnten Rohbodenflächen sowie flachen, besonnten und fischfreien Gewässern sterben meist auch die gefährdeten Arten an solchen Standorten aus. Durch groß angelegte Pflegeaktionen zur Offenhaltung der
Landlebensräume und Schaffung fischfreier Laichgewässer kann die Artenvielfalt in solchen Biotopen erhalten und vergrößert und das Überleben gefährdeter Populationen gesichert werden.

Bericht: Marcel Seyring (LAK) / Sandra Pampus (THW)
Fotos: Sandra Pampus

Die Bildrechte liegen beim THW. Die Weiterverwendung der Fotos und Texte für eine Veröffentlichung über das THW sind unter Angabe der Quelle gestattet.