Die Heiketalwarte unter Blaulicht – gemeinsame Übung von Einsatzorganisationen

Zu einer gemeinsamen Ausbildung trafen sich am 03.03.2018 ca. 60 Kameraden von THW, DLRG und Feuerwehr auf der Heiketalwarte.

Ausbildungsziele waren die Bergung eines Autowracks, das Niederlegen einer Betondecke, die Sprengung zweier Fundamente sowie Koordination der Einsatzkräfte an der Einsatzstelle und Zusammenarbeit mit anderen Organisationen. Hierfür wurde ein Parkplatz an den B 79 gesperrt, um die Tieflader für Bergeräumgeräte der Fachgruppe Räumen (FGr R) sowie Fahrzeuge weiterer Einheiten aus den Ortsverbänden Halberstadt und Braunschweig unterzubringen. An der Einsatzstelle wurde ein Meldekopf eingerichtet.

Erste Aufgabe war die Bergung des ausgebrannten Autowracks aus einer Zisterne. Die Bergungsgruppen des OV Halberstadt setzten hierfür den EGS-Dreibock (EGS=Einsatzgerüstsystem) ein. Anschließend wurde die noch vorhandene Betonabdeckung von der Fachgruppe Räumen mit schwerem Gerät beseitigt. Eine besondere Schwierigkeit stellte die enorm starke Bewehrung der Betondecke dar. Parallel traf die Fachgruppen Sprengen Vorkehrungen zur Sprengung der beiden Fundamente. Zu Ausbildungszwecken setzten die Sprengberechtigten zwei unterschiedliche Verfahren ein, um die Vor- und Nachteile für reale Einsätze abschätzen zu können. Nach der Mittagsversorgung wurde mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren aus Dardesheim und Zilly die gesamte Einsatzstelle beräumt und für den erforderlichen Sicherheitsbereich abgesperrt. Um exakt 14:09 sowie 14:11 Uhr wurden die beiden Fundamente gesprengt. Nach Aufhebung des Sperrkreises durch den leitenden Sprengberechtigten konnten alle Beteiligten die Ergebnisse begutachten. Anschließend begann die Fachgruppe Räumen mit der Trümmerbeseitigung.

Gegen 16:30 Uhr wurden alle Arbeiten an der Heiketalwarte eingestellt und der Ausbildungsdienst vor Ort mit einer zünftigen Grillrunde abgeschlossen. Die Übung auf der Heiketalwarte war bei den Übungsmöglichkeiten eine gelungene Ausbildungsveranstaltung.

Hintergrund:

Im Rahmen der Technischen Gefahrenabwehr übernimmt das THW neben dem Orten, Retten und Bergen unter anderem auch die Aufgaben Räumen und Sprengen. Übungsgelegenheiten hierfür ergeben sich nicht oft und für die Fachgruppen Sprengen sogar äußerst selten.

Das Leistungsspektrum der Fachgruppe Sprengen (FGr Sp) reicht vom Schneefeldsprengen zur Beseitigung einer Lawinengefahr bis hin zum Deichsprengen, um bei extremen Hochwasserlagen das angestaute Wasser kontrolliert abfließen zu lassen. Weitere Optionen sind das Eissprengen oder Unterwasser-Sprengungen. Die Sprengexperten verfügen über das nötige „Know-how“, unterspülte und verbogene Schienenstränge schnell und präzise zu trennen oder einsturzgefährdete Gebäude oder Bauwerksteile kontrolliert niederzulegen.

Auch für die Feuerwehr ist die Fachgruppe Sprengen von Interesse: Durch gezielte Sprengungen kann Unterstützung zur Eindämmung von Waldbrände gegeben werden. Die Fachgruppe ist außerdem in der Lage, bei Großbränden Rauchabzugsöffnungen zu sprengen oder Eindring- bzw. Löschöffnungen herzustellen.

Wir bedanken uns bei allen Kameraden der THW-Ortsverbände Braunschweig und Clausthal- Zellerfeld sowie bei den Kameraden der DLRG Halberstadt und der Freiwilligen Feuerwehren aus Dardesheim und Zilly. Ein besonderer Dank gilt den Eigentümern des Geländes, die es dem THW für die Ausbildungszwecke zur Verfügung gestellt haben.

Bericht: Hansi und Eileen Odenbach
Fotos: DLRG Halberstadt

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